Wenn ein Kind zur Welt kommt, beginnt für die Eltern eine prägende Zeit. Plötzlich ist da ein neues Familienmitglied, das viel Freude macht, Zeit benötigt, Hunger hat und den Schlaf raubt. Dem wird politisch in der Schweiz noch wenig Rechnung getragen. Heute hat der Vater gesetzlich gerade einmal Anrecht auf zehn Tage Papizeit, die Mutterschaftszeit beträgt 14 Wochen. Hier schafft die Familienzeit-Initiative Abhilfe. Die GLP sammelt für sie derzeit schweizweit Unterschriften. Â
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Die Volksinitiative will die Eltern mit zusätzlichen Elternzeittagen entlasten, in denen sie sich um das Neugeborene kümmern können. Die Väter sollen gleich lange zum Baby schauen können wie die Mütter. Mit der Familienzeit kann sich schwergewichtig erst der eine Elternteil und danach der andere dem Neugeborenen widmen. Diese Aufteilung macht es möglich, dass Mutter und Vater nach maximal je 18 Wochen wieder in einem höheren Pensum zurück in den Job kommen können.  Â
Heute sind es noch immer meist die Mütter, die beruflich stärker zurückstecken. Sie reduzieren ihr Pensum, kehren später in den Beruf zurück und tragen langfristig die Folgen mit tieferem Einkommen, Karriereknick und reduzierter Altersvorsorge. Angesichts des Fachkräftemangels kann es sich die Schweiz nicht leisten, das Potenzial gut qualifizierter Frauen weiterhin derart ungenügend zu nutzen.Â
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Auch im Sinne der Gleichberechtigung ist es höchste Zeit, den derzeitigen Zustand mit der Familienzeit zu verbessern: «Wir behandeln Mütter und Väter mit ihr gleich und schaffen damit bessere Voraussetzungen für eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit», sagt Corina Gredig. «Davon profitieren die Kinder, die Eltern und letztlich die ganze Gesellschaft.»Â
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Die Initiative stärkt auch den ArbeitsmarktÂ
Die Familienzeit ist nicht nur gesellschaftspolitisch richtig, sondern auch wirtschaftspolitisch sinnvoll. Eine Ecoplan-Studie geht davon aus, dass die Initiative einen deutlichen positiven Beschäftigungseffekt auslöst. Sie prognostiziert, dass dank der Familienzeit jedes Jahr rund 2500 zusätzliche Vollzeitbeschäftigte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Mütter, die früher und in einem höheren Pensum in den Beruf zurückkehren können.Â
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Damit werden über die Jahre nicht nur zusätzliche Stellen besetzt. Ein erheblicher Teil der Investitionen refinanziert sich auch wieder – über höhere Steuererträge und zusätzliche Beiträge an die Sozialversicherungen. Familienzeit ist deshalb kein kurzfristiger Ausbau des Sozialstaats, sondern eine Investition mit langfristiger Wirkung.Â
«Ein zukunftsfähiges Land investiert nicht nur in Bahnen und Energie, sondern auch in die Rahmenbedingungen für Familien. Denn die mittlere Generation trägt unsere Gesellschaft in mehrfacher Hinsicht: Sie arbeitet, sie finanziert die Sozialwerke und sie zieht die nächste Generation gross. Familienzeit ist deshalb eine Investition in die Zukunft der Schweiz», betont Fraktionspräsidentin Gredig. Â
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Darüber hinaus schafft die Familienzeit fairere Bedingungen für kleine und mittlere Unternehmen. Heute können sich vor allem grosse Unternehmen grosszügigere Elternurlaube leisten und damit im Wettbewerb um Fachkräfte Vorteile sichern. Kleinere Betriebe haben diese Möglichkeiten oft nicht. Eine gesetzlich geregelte Familienzeit sorgt deshalb auch hier für mehr Fairness und bessere Rahmenbedingungen – für Unternehmen ebenso wie für Familien.Â
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