Die Welt steht an der Schwelle zur nächsten Innovationswelle – von künstlicher Intelligenz bis Biotech. Wir fragen die Zuger GLP-Kantonsrätin Tabea Estermann, was es jetzt braucht.
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Was muss die Politik tun, damit wir unsere Standortvorteile in der Schweiz erhalten und ausbauen können?
Die Schweiz ist Weltspitze in Pharma, Präzisionsindustrie und ICT, weil sie Fleiss, offene Märkte und ein starkes Bildungssystem mit einem flexiblen Arbeitsmarkt verbindet. Innovation schafft Wohlstand – und bringt Veränderung. Alte Industrien verschwinden und neue Chancen entstehen. Entscheidend ist der Wettbewerb um die besten Ideen, denn daraus entstehen Effizienz und echter Fortschritt. Der Staat ergänzt die Wirtschaft gezielt mit Grundlagenforschung und verlässlichen Rahmenbedingungen. Und weil in jedem Erfolg auch eine Prise Glück steckt, braucht es das Vertrauen, dass man aufgefangen wird, wenn man scheitert.
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Wie gewinnt und behält die Schweiz die besten Fachkräfte, ohne dass sich die Leute im Land abgehängt fühlen?
Unsere Hochschulen gehören zur Weltspitze und ziehen die klügsten Köpfe an. Davon profitieren die Schweiz und die Welt – weil sowohl Schweizer als auch internationale Fachkräfte unter unseren guten Rahmenbedingungen Bestleistungen hervorbringen. Diese Wahl-Schweizer:innen sind wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft. Mit einer konsequenten Bekämpfung von Asylmissbrauch und allen Arten der Kriminalität schaffen wir gewinnbringende Migration.
Was kann die Politik konkret tun, damit KMU in Zeiten von Unsicherheit planen können?
Stabile Beziehungen zu unseren europäischen Nachbarn sind zentral.
Für ein KMU ist es viel einfacher, einen geografisch und sprachlich zugänglichen Kunden in München zu gewinnen, als sich durch komplexe Märkte wie China oder Indien zu navigieren. Genau diese Nähe und Verlässlichkeit sichern wir mit der Weiterführung der Bilateralen Verträge.
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Was können andere Kantone von Zug abschauen – und umgekehrt?
Die Verwaltung in Zug denkt und handelt dienstleistungsorientiert. Der Staat ist nicht Verwalter und Kontrolleur, sondern ein unternehmerisch agierender „Möglichmacher“, der respektvoll und ergebnisoffen zuhört und die Probleme pragmatisch löst. Gerade in der Raumplanung und Mobilität haben wir das Patentrezept aber noch nicht gefunden. Hier braucht es eine gute Zusammenarbeit mit anderen Ballungszentren – für smarte Lösungen, die wirklich funktionieren und eine hohe Lebensqualität schaffen.