Die Schweiz spielt eine wichtige Rolle bei der Stromversorgung Europas. Dennoch fehlt bislang auf staatlicher Ebene eine rechtlich verlässliche Absicherung der grenzüberschreitenden Stromflüsse. Das ändert sich mit dem Abschluss eines Stromabkommens mit der EU, wie dies der Bundesrat heute empfohlen hat.Â
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«Das Abkommen hilft uns, unsere Versorgungssicherheit und die Netzstabilität zu erhöhen – und das erst noch günstiger», sagt Parteipräsident Jürg Grossen. «Heute kommt es nämlich immer wieder zu ungeplanten Stromflüssen über die Grenze hinweg. Unsere Netzbetreiberin Swissgrid muss dann kurzfristig die Wasserkraft nutzen, um das Netz zu stabilisieren. Das geht für die Stromkunden ins Geld, denn dies wird ihnen weiterverrechnet», sagt er.Â
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Wahlfreiheit und Sicherheit für PrivathaushalteÂ
«Heute ist es möglich, dass man in einer Gemeinde deutlich mehr als in der Nachbargemeinde zahlt – für denselben Strom. Das Abkommen bringt mehr Transparenz und Wahlfreiheit für alle», so Fraktionspräsidentin Corina Gredig. Denn wie Unternehmen sollen neu auch Privathaushalte wählen können, ob sie beim Strom in der sicheren Grundversorgung verbleiben oder auf den wohl oft günstigeren, aber schwankenden Marktpreis setzten möchten.Â
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«Das Stromabkommen allein reicht aber nicht aus. Für den Umbau unserer Energieversorgung braucht es mehr: Wir müssen weiter die erneuerbare Energieproduktion ausbauen, den effizienten Stromverbrauch fördern und mit Marktanreizen und Speicherlösungen die Energiewende vorantreiben. Hier stehen die Konsumenten, Energieproduzenten und auch Verteilnetzbetreiber gemeinsam in der Verantwortung, damit wir immer genügend und preiswerten Strom zu Verfügung haben», betont Nationalrat und Energiepolitiker Martin Bäumle.Â