Die GLP begrüsst die Einführung der Individualbesteuerung. Diese Reform ist längst überfällig. Sie stärkt die Gleichstellung, setzt gezielte Erwerbsanreize und vereinfacht das Steuersystem – ein Gewinn für Gesellschaft, Wirtschaft und Staat.
Gleichstellung stärken, statt Lebensmodelle bestrafen
Mit der Individualbesteuerung wird das Einkommen jeder Person unabhängig vom Zivilstand besteuert. Damit fällt die diskriminierende Heiratsstrafe weg. Frauen – die in der heutigen Realität meist die Zweitverdienenden sind – werden steuerlich nicht mehr benachteiligt, wenn sie ein höheres Arbeitspensum übernehmen. Die Reform ist somit ein effektiver Beitrag zur Gleichstellung und zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit. «Steuern haben einen Einfluss auf unsere Lebensmodelle: sei es das Heiraten, Kinder kriegen oder das Arbeitspensum. Die Schweiz braucht eine zivilstandsunabhängige Besteuerung. Die Ungleichbehandlung zwischen verheirateten und in Konkubinat lebenden Paaren gehört abgeschafft,» argumentiert Fraktionschefin Corina Gredig.
Bessere Erwerbsanreize – mehr Fachkräfte
Die Individualbesteuerung setzt gezielte finanzielle Anreize für eine stärkere Erwerbsbeteiligung. Studien zeigen: Die Reform könnte bis zu 45’000 zusätzliche Vollzeitstellen schaffen – ein entscheidender Beitrag zur Lösung des akuten Fachkräftemangels und zur Sicherung unserer Sozialwerke, insbesondere angesichts des demografischen Wandels (Babyboomer gehen in Rente). Wer mehr arbeitet und verheiratet ist, soll nicht mehr mit einer höheren Steuerprogression betraft werden.
Vereinfachung des Steuersystems
Entgegen der Behauptung ihrer Gegner führt die Individualbesteuerung nicht zu mehr Bürokratie – im Gegenteil: Sie vereinfacht das Steuersystem langfristig. Der heutige ständige Wechsel zwischen Einzel- und Kollektivbesteuerung je nach Zivilstand fällt weg. Denn niemand kommt bereits verheiratet zur Welt.