Die sechs Hermes-Drohnen werden niemals leisten, was versprochen wurde. Die 300 Millionen teuren Aufklärungsdrohnen werden weder automatisch ausweichen können noch über ein Enteisungssystem oder ein GPS-unabhängiges Start- und Landesystem verfügen. Sie werden stets nur eingeschränkt einsetzbar sein. Und weitere Probleme mit den Drohnen schliesst das VBS explizit nicht aus.
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Die Drohnen könnten der Schweiz aber einen Mehrwert bringen, wenn sie dann tatsächlich eingesetzt werden können. «Das VBS muss nun aber die richtigen Lehren aus seinen Fehlern ziehen. Denn seit der Mirage-Affäre wissen wir, der Kauf von Rüstungsgütern geht schief, wenn wir diese mit einem Swiss-Finish versehen wollen», sagt Parteipräsident Jürg Grossen. «Rüstungskäufe sind offenbar derart komplex, dass die Armasuisse diese nicht mehr garantieren kann, wenn sie die Schweiz mit Sonderwünschen verkompliziert. Das muss sich der Bundesrat nun eingestehen!» Für die Grünliberalen hat sich mit dem Drohnen-Fiasko bestätigt, dass unser Land bei der Luftverteidigung zwingend enger mit ihren Nachbarländern zusammenarbeiten muss, statt auf leere Versprechungen von Herstellern zu setzen.
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Es ist für die GLP zudem klar, dass der Verzicht auf derart bedeutende Funktionen der Drohnen mit einer Senkung der Beschaffungskosten kompensiert werden muss. «Und für den Fall, dass neue Schwierigkeiten auftreten, ist es richtig, dass der vollständige Abbruch der Drohnenbeschaffung eine Option bleibt», betont Grossen.