Das Hauptproblem besteht anderenorts: Die stärksten Lobbys sitzen im Parlament selber und vertreten in den Kommissionen die Interessen ihrer Branchen. Das ist in unserem politischen System mit einem Milizparlament letztendlich so gewollt. Dass sie bei der vertraulichen Vorberatung der Geschäfte in den Kommissionen ihre direkten finanziellen Eigeninteressen vertreten, überspannt jedoch den Bogen und ist nicht mehr im Sinne unserer Demokratie. Die parlamentarischen Initiative 15.467 von Nationalrätin Kathrin Bertschy hatte daher eine Ausstandspflicht für Ratsmitglieder bei direkten finanziellen Eigeninteressen verlangt. Leider hat der Nationalrat diese Chance verpasst und der Initiative keine Folge gegeben. Wenn man die heutigen Missstände wirksam bekämpfen möchte, muss man hier ansetzen und nicht über die Zahl der Zutrittsausweise zum Bundeshaus debattieren.