Power 2026

Die GLP geht mit dem Vorstosspaket «Power 2026» voran

Die Schweiz ist Gebäude-Solarweltmeister, aber wir nutzen diesen Vorsprung noch nicht optimal. Die Grünliberalen zeigen mit ihrem Vorstosspaket «Power 2026» auf, wohin die Reise gehen muss.

Wir produzieren in unserem Land immer mehr Solarstrom. Heute liefern 300’000 Solaranlagen derart viel Elektrizität, dass damit von April bis September über viele Stunden am Tag 60 bis 80 Prozent unseres Strombedarfs gedeckt werden kann. Und wenn die Schweiz weiter ihre Solaranlagen wie bisher ausbaut, dürfen wir uns bis 2030 über eine doppelt so hohe Solarstromproduktion freuen. Das Volk hat diesen Ausbau mit dem Stromgesetz beschlossen. 
 

Diese enorme Stromproduktionsmenge führt schon jetzt an sonnigen Tagen zu Tiefst-, ja gar zu Negativpreisen. Doch davon profitieren weder unsere Haushalte noch die KMU. Herr und Frau Schweizer zahlen starr im Schnitt rund 30 Rappen pro Kilowattstunde Strom. 
 

In Deutschland hingegen können selbst die Haushalte von den zweitweise im Negativbereich liegenden Strompreisen profitieren: Sie können beispielsweise ihr Elektroauto zum Nulltarif laden. 

 

Davon dürfen unsere Konsumentinnen und Konsumenten nur träumen – bislang! Die GLP hat deshalb in der soeben zu Ende gegangenen Sommersession das Vorstosspaket «Power 2026» eingereicht. Sein Ziel ist es, dass auch Schweizerinnen und Schweizer von den teils sehr tiefen Preisen profitieren können und nicht nur einen Anreiz erhalten, eine Solaranlage auf ihr Dach oder an die Fassade zu montieren, sondern auch, in einen Speicher zu investieren. Denn viele dezentrale Solarstromanlagen plus Batterien und Elektroautos machen unser Stromnetz widerstandsfähiger und stabiler. 
 

Nirgendwo auf der Welt werden pro Kopf so viele Solaranlagen auf Gebäuden gebaut wie bei uns. Wir sind zwar Gebäude-Solarweltmeister, unsere Stromversorger aber noch nicht. Die meisten unserer über 600 Elektrizitätswerke in der Schweiz wirtschaften noch so wie vor 50 Jahren. Sie werfen beispielsweise jede Nacht unsere Warmwasserboiler an – also just dann, wenn kein Solarstrom produziert wird. Und das kostet – aber uns Konsumenten, nicht die Elektrizitätswerke! Sie handeln nicht bloss so, weil das immer schon so war, sondern auch, weil der Markt nicht spielt: Die Elektrizitätswerke können nämlich sämtliche ihrer Kosten auf die Kunden abwälzen und noch eine Marge draufschlagen. Das bezahlen wir alle – Privathaushalte und KMU – mit unserer Stromrechnung. Es sind über 500 Millionen Franken, die wir zu viel bezahlen – und zwar jedes Jahr. Das will die GLP mit «Power 2026» ändern. 
 

So setzen wir uns für gezielte statt überflüssige Netzausbauten ein und machen uns stark dafür, dass die technischen Möglichkeiten genutzt werden, um damit unser Stromnetz besser und widerstandsfähiger zu machen und nicht bloss teurer. 
 

Der Stromausfall auf der iberischen Halbinsel mahnt uns aber, die Netzstabilität im Auge zu behalten. Und da sind eben gerade nicht neue Atomkraftwerke gefragt, die die Stabilität nämlich gefährden würden. Denn AKW liefern durchs Band Strom, auch dann, wenn es ohnehin schon zu viel davon im Netz hat. Denn die Stromproduktion und der Stromverbrauch müssen sich jederzeit die Waage halten. Schon heute ist der Aufwand gross – und teuer – um diesen Ausgleich zu schaffen. Mit neuen Atomkraftwerken wäre das noch ausgeprägter. Die Annahme der Blackout-Initiative, die neue AKW ermöglichen will, könnte erst recht zu Blackouts führen! 

Was es hingegen braucht, geht die GLP mit diesen sieben «Power 2026» -Vorstössen an: 

  1. Der teure Ausbau von Stromverteilnetzen ist stark durch den Zubau von Solaranlagen getrieben. Der Netzausbau lässt sich aber deutlich reduzieren, wenn die Einspeiseleistung von Photovoltaik-Anlagen beschränkt wird und die Besitzerin des PV-Anlage einen grösseren Anteil des Stroms selbst verbraucht. Dazu braucht es Anreize.
    Grossen: Intelligenz statt Kupfer: Netzentlastung einführen

  2. Nachts werden Warmwasserboiler und Elektrospeicherheizungen eingeschaltet und am Mittag sind oft Waschmaschinen oder Wärmepumpen gesperrt. Das macht im Solarzeitalter keinen Sinn mehr! Berechnungen zeigen, dass damit bis zu 45 Prozent des gesamten Schweizer Strombedarfes in der Nacht zugeschaltet werden. Das ist aus der der Zeit gefallen. Es braucht Anreize, damit die Elektrizitätswerke dann Stromverbraucher zuschalten, wenn es viel Strom hat und die Preise tief sind.
    Vorstoss Jürg Grossen: Elektro- und Wärmepumpenboilern bei tiefen Preisen einschalten

  3. Oft sind es bloss unsinnige Regulierungen, die einer besseren Nutzung der Sonnenenergie im Weg stehen. Zwar sieht das Gesetz inzwischen lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) vor, die eine preisgünstige, lokale Nutzung des Solar- oder Windstroms ermöglichen. Da nun eine Regelung besagt, dass alle Teilnehmer einer LEG auf der gleichen Netzebene angeschlossen sein müssen, werden einige smarte Anwendungen verhindert. Erfahrungen aus Österreich zeigen beispielsweise, dass die Akzeptanz von Windparks und grösseren Solaranlagen steigt, wenn sich die Leute an den Anlagen beteiligen und so direkt ihren eigenen, erneuerbaren Strom verbrauchen können. In der Schweiz ist das momentan nicht möglich, weil diese grösseren Anlagen in der Regel auf einer anderen Netzebene angeschlossen sind als die Haushalte. Deshalb sollte das Gesetz so abgeändert werden, dass Netzebenen-übergreifende LEGs möglich werden.
    Vorstoss Barbara Schaffner: Netzebenen-übergreifende LEGs zulassen

  4. Es ist im Interesse aller, dass unsere Stromnetze widerstandsfähiger werden. Deshalb fordert die GLP vom Bundesrat, er solle eine Resilienz- und Speicherstrategie fürs Schweizer Stromsystem vorlegen.
    Vorstoss Barbara Schaffner. Netzdienliche Resilienz- und Speicherstrategie! 

  5. Mit immer mehr erneuerbarer Energie verschieben sich die Hauptproduktionszeiten und damit der Verlauf der Strompreise. Es gibt nicht mehr den günstigen Nachtstrom und den teuren Strom ab Mitte Vormittag bis am Nachmittag. Die Stromkonsumenten zahlen aber meist fixe Energietarife. Sie haben keinen Anreiz, ihren Verbrauch zu optimieren. Darum sollen die Elektrizitätswerke verpflichtet werden, als Wahltarif auch dynamische Netznutzungs- und Energieliefertarife anzubieten. Diese orientieren sich am Marktpreis.
    Vorstoss Matthias Jauslin: Faire Energieliefertarife für uns alle

  6. Und noch eine regulatorische Hürde, die beseitigt werden muss: Die bestehende Verordnung wird bei den virtuellen Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (vZEV) so gehandhabt, dass bei sogenannten Muffennetzen (einzelne Teilnehmer sind über eine Muffe an ein Stammkabel angeschlossen) die Teilnahme am vZEV untersagt ist. Diese Benachteiligung soll aufgehoben werden.
    Vorstoss Matthias Jauslin: Keine Benachteiligung bei unterschiedlichen Netzstrukturen

  7. Die GLP will vom Bundesrat wissen, ob er bereit ist, Anreize für Anlagenbesitzer mit Einspeisevergütung (KEV) zu schaffen, damit diese ihren Strom marktnäher verkaufen können. Denn Anlagen mit KEV-Berechtigung haben heute keinerlei Anreize, ihre Produktion marktnahe auszugestalten. Mit Anreizen könnte dies geändert werden.
    Vorstoss Martin Bäumle: Anreize für marktnähere PV-Einspeisung 


Die GLP geht aber nicht nur mit
«Power 2026» voran. Sie spricht sich auch klar für das Strommarktabkommen mit der EU aus. Das Abkommen macht unser Stromsystem sicherer und den Strom günstiger. Auch bei uns sollen dereinst Haushalte vom freien Strommarkt profitieren und zum Beispiel das Elektroauto zum Nulltarif laden können. 

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