Freitag, 22. März 2019

Zeitgemässe und zukunftsgerichtete Erhebung der Umweltauswirkungen von Personenwagen

Der Bundesrat wird beauftragt, mit einem Bericht Klarheit über die Umweltauswirkungen von Personenwagen mit verschiedenen Antriebssystemen zu schaffen. Resultate müssen einfach, verständlich, nachvollziehbar und für alle Antriebe identisch dargestellt werden. Der Bericht soll eine allgemein gültige Position des Bundes zu Umweltauswirkungen verschiedener Antriebssysteme wiedergeben und die aktuellsten Erhebungen beinhalten. Die Ökobilanz soll gemäss ISO 14040/44 erstellt werden, die aufzuzeigenden Umweltauswirkungen sind auf den international anerkannten und breit angewendeten Datengrundlagen zu berechnen. Die Ergebnisse sind der breiten Öffentlichkeit verständlich und nachvollziehbar zu kommunizieren. Nebst der Retrospektive muss das zukünftige Reduktionspotential von Energie, Umweltbelastung und CO2 sowie die Weiterverwendung von Fahrzeugkomponenten wie z. B. Second-Life-Batterienutzung von Elektroautos, die Rezyklierung sowie mögliche Einsparung in der Gesamtenergiebilanz aufzeigen. Dies unter bestmöglicher Berücksichtigung des Gesamtlebenszyklus von Fahrzeug und Antriebsenergie.

Ökobilanzierungen der Antriebe sind meist komplex und schwer verständlich. Sie richten sich in der Regel an ein Fachpublikum. Verschiedene Bundesämter haben kürzlich unterschiedliche Publikationen zur gleichen Fragestellung veröffentlicht. Das wirft Fragen auf und schafft zusätzliche Verunsicherung. Zudem wirkt sich dies kontraproduktiv auf die zu erreichenden Emissions- und Klimaziele im Verkehr und auf die Erreichung der in der Roadmap Elektromobilität 2022 angestrebten Ziele aus. Doppelspurigkeiten innerhalb der Bundesverwaltung und die Anwendung von unterschiedlichen Datenbanken führen auch zu höheren Kosten. Eine klare und einfach verständliche Position des Bundesrates dient der vollen Transparenz von Energieverbrauch, Umweltbelastung und CO2-Emissionen wie auch den Konsumenten, welche energieeffiziente, umwelt- und klimaschonende Fahrzeuge fahren möchten. Mit dem Postulat sollen weder Antriebssysteme diskriminiert noch die Forschung in neue oder verbesserte Antriebssysteme behindert werden. Der verlangte Bericht soll Schwachstellen wie auch Potentiale der Antriebe aufzeigen und eine Vergleichbarkeit gewährleisten. Dazu soll sich der Bundesrat auf international anerkannte Ökobilanzierungsstandards und Daten abstützen.

 

Eingereicht von: Jürg Grossen