Freitag, 14. Dezember 2018

Evidenzbasierte Ansätze und Wirksamkeitsstudien in der internationalen Zusammenarbeit

Der Bundesrat wird beauftragt, in der kommenden Botschaft für die internationale Zusammenarbeit 2021-2024 zu analysieren und darzulegen, wie evidenzbasierte Ansätze und Wirksamkeitsstudien systematisch zur strategischen Planung und Priorisierung von Projekten sowie zur internen Aus- und Weiterbildung genutzt werden können.

Der technologische Fortschritt macht das Sammeln und Analysieren von Daten einfacher, schneller und kostengünstiger als je zuvor. Zudem erlauben neue wissenschaftliche Methoden eine zuverlässigere Wirkungsmessung von entwicklungspolitischen Interventionen. Die Anzahl von Wirkungsstudien zu entwicklungsrelevanten Themen wächst stetig. Erkenntnisse solcher Studien können die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz weiter stärken.

 

Gleichzeitig haben verschiedene Länder begonnen, ihre Entwicklungszusammenarbeit vermehrt auf wissenschaftliche Evidenz auszurichten. Grossbritannien kommt dabei eine führende Rolle zu, aber auch die USA planen ihre Entwicklungszusammenarbeit seit 2011 strategisch im Hinblick auf wissenschaftliche Evidenz. Deutschland bewegt sich ebenfalls in diese Richtung, zum Beispiel mit dem Deval (Deutsches Evaluierungsinstitut).

 

Deza und Seco haben in diesem Zusammenhang ebenfalls gute Erfahrungen gesammelt. Beispielsweise wurde ein Impact Award lanciert, welcher Wirkungsstudien für NGO fördert. Eine Wirkungsstudie im Bildungsbereich ist in Arbeit. Die Deza hat zudem in Zusammenarbeit mit Nadel, dem Zentrum für Entwicklung und Kooperation der ETH Zürich, eine Studie erstellt, welche die Nutzung wissenschaftlicher Evidenz in der Deza untersucht. Die Empfehlungen, welche aus dieser Studie hervorgehen, bilden eine nützliche Grundlage, um die Wirkungsorientierung der Entwicklungszusammenarbeit weiter zu stärken.

 

Das wachsende Potenzial evidenzbasierter Ansätze gilt es nun verstärkt auszuschöpfen. Einerseits soll existierende Evidenz zur strategischen Planung und Priorisierung von Projekten genutzt und systematisch in die operationellen Prozesse eingebaut werden. Andererseits sollen solide Wirkungsstudien zu Kernthemen der Entwicklungszusammenarbeit (wie z. B. Berufsbildung, Migration) durchgeführt und für strategische Entscheidungen genutzt werden. Zentral ist dabei, dass genügend Mittel für die interne Aus- und Weiterbildung und für die Kommunikation von Evidenz zur Verfügung stehen (intern, aber auch gegenüber Partnern, Wissenschaft usw.). Das bedeutet jedoch keinen Ausbau, sondern eine andere Ausrichtung.

 

Eingereicht von: Thomas Weibel