Freitag, 21. Juni 2019

Will die Schweiz weltweiten Beitrag zu klimafreundlicheren Baustoffen leisten?

Der Zementsektor trägt weltweit und in der Schweiz rund 8 Prozent zu den CO2-Emissionen, welche weltweit bis spätestens 2050 auf netto-null sinken müssen. In der Schweiz hat der grösste Zementproduzent seinen Hauptsitz und an den beiden Technischen Hochschulen findet wichtige Forschung zu klimaverträglicheren Betonmixturen und Alternativen statt.

Der Bundesrat wird gebeten folgende Fragen zu beantworten:

 

1. Welche Technologien oder Ersatzprodukte erachtet der Bundesrat als geeignet, um die CO2-Emissionen des Zementsektors weltweit bis 2050 auf netto-null zu senken?

 

2. Wie kann in einem Sektor mit hohen Infrastrukturkosten sichergestellt werden, dass die nötige Transformation hinreichend rasch erfolgt?

 

3. Deutschland hat der Photovoltaik zum Durchbruch verholfen und Schweden will den Stahlsektor klimaneutral machen: Könnte die Schweiz dem klimaneutralen Zement zum Durchbruch verhelfen und hier eine weltweite Führungsrolle übernehmen?

 

4. Welche Rolle soll die öffentliche Hand als Bestellerin übernehmen, um diese Transformation auch nachfrageseitig zu beschleunigen?

 

5. Ist dem Bundesrat bekannt, dass an der EPFL ein erfolgreiches Forschungsprogramm zu tonbasierten Zementen (LC3) mit deutlich vermindertem CO2-Fussabdruck von der DEZA unterstützt wird?

 

6. Wie stellt er sicher, dass nun der nächste Schritt der Implementierung und Skalierung stattfinden kann? Welche nationalen oder internationalen Klimafinanzierungsgelder stehen hierfür zur Verfügung? Wie kann der schweizerische Know-How-Vorsprung genutzt werden?

 

7. Welche weiteren zukunftsweisende Forschungsresultate im Bereich Baustoffe könnte die Schweiz bis zum industriellen und marktnahen Massstab befördern?

 

8. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat a) die Forschung zu fördern, um das geogene CO2 mit geeigneten Massnahmen wieder ins Gestein zurückzuführen und b) eine Anschub-Finanzierung einer möglichen Pilotanlage z.B. über die CO2-Abgabe zu etablieren?

 

 

Eingereicht von: Martin Bäumle