Freitag, 22. März 2019

Sind in der Schweiz Pestizide zugelassen, welche die Sexualfunktion und Fortpflanzung des Menschen beeinträchtigen?

Gemäss in der Schweiz geltendem Recht dürfen Wirkstoffe, Safener und Synergisten nicht für die allgemeine Verwendung in Pflanzenschutzmitteln zugelassen werden, wenn sie gewisse Cut-off Kriterien erfüllen (siehe Art. 4 Abs. 2 Pflanzenschutzmittelverordnung (PVSM), mit Verweis auf Anhang II Ziffern 3.6.2-3.6.4 und 3.7 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009).

Namentlich dürfen Wirkstoffe, Safener und Synergisten nicht zugelassen werden, wenn sie eingestuft sind als:

a. mutagene, also das Erbgut eines Organismus verändernde Substanz der Kategorie 1A oder 1B;

b. karzinogene, also krebsauslösende Substanz der Kategorie 1A oder 1B;

c. reproduktionstoxische, also die Sexualfunktion und Fruchtbarkeit oder die Entwicklung beeinträchtigende Substanz der Kategorie 1A oder 1B.

 

In der Kategorie Wirkstoffe der PSMV sind jedoch folgende Substanzen zugelassen, die offenbar als reproduktionstoxisch der Kategorie 1A oder 1B gelten: Cyproconazol, Flumioxazin, Epoxiconazol, Thiacloprid, Bromadiolon, Oxychinolin* oder Triflumizol* (derzeit gibt es in der Schweiz keine bewilligten Pflanzenschutzmittel mit diesen Wirkstoffen*).

 

Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:

1. Ist es korrekt, dass die genannten Substanzen nach Anhang 1 der PSMV als Wirkstoffe für Pflanzenschutzmittel zugelassen sind?

2. Ist es korrekt, dass die genannten Substanzen als reproduktionstoxisch gemäss Kategorie 1A oder 1B gelten?

3. Welche anderen Wirkstoffe, Safener und Synergisten, die mindestens eines der oben genannten Cut-off Kriterien erfüllen, sind in der Schweiz für die Verwendung in Pflanzenschutzmitteln zugelassen?

4. Falls in der Schweiz solche Substanzen zugelassen sind: Ist der Bundesrat bereit, die Namen dieser Substanzen bzw. die Namen der Produkte, in denen sie eingesetzt werden, auf einer Liste zu publizieren?

5. Wenn nein, welche Gründe gibt es dafür, dass solche gesellschaftspolitisch relevanten Informationen der Schweizer Bevölkerung vorenthalten werden?

6. Falls in der Schweiz solche Substanzen zugelassen sind, obwohl sie mindestens ein Cut-off Kriterium erfüllen, wo liegen die Gründe hierfür und bis wann gedenkt der Bundesrat, diesen Missstand zu korrigieren?

 

Eingereicht von: Tiana Angelina Moser