Freitag, 22. März 2019

Defekte und missbräuchlich umgebaute Dieselfahrzeuge erkennen und kantonale Fahrverbote wegen Feinstaub vermeiden

Die bewährte periodische Abgasprüfung (Art. 33 VTS) hat auch Fahrzeuge mit dem elektronischen Abgasüberwachungssystem im Fahrzeug (OBD) einzuschliessen, denn gemäss Messungen des Kantons Zürich sind 10 Prozent der Dieselpersonenwagen mit defektem Partikelfilter unterwegs, ohne dass das OBD-System dies erkennt. Insbesondere durch Messung der Partikelzahl bei Dieselpersonenwagen ist sicherzustellen, dass die Nachbehandlung der Abgase durch Katalysatoren und Filter nicht nur bei der Typengenehmigung, sondern während der gesamten Betriebsdauer des Fahrzeugs ordnungsgemäss funktioniert und defekte, ausgebaute und nachträglich manipulierte Abgasreinigungssysteme erkannt werden.

Mit dem Obligatorium von Katalysatoren für Benzinautos hat die Schweiz beim Umweltschutz eine Vorreiterrolle gespielt. Dieselfahrzeuge stossen mehr Luftschadstoffe aus als Benziner und verursachen in der Schweiz über 75 Prozent der vorzeitigen Todesfälle durch Autoabgase. Während die Schweiz bei der Luftverunreinigung durch die Industrie besonders gut abschneidet, ist die Luftbelastung des Verkehrs durch Feinstaub und Ozon überdurchschnittlich hoch.

 

Ein Diesel-PW mit defektem Partikelfilter verursacht so viel Feinstaub wie 1000 Fahrzeuge mit funktionierenden Filtern. Ein Teil der defekten Filter sind auf Missbrauch zurückzuführen. Sie lassen sich entfernen und durchlöchern.

 

2013 hat der Bundesrat die periodische Abgasüberprüfung für PW-Besitzer mit angeblich moderner Abgasüberwachung (OBD) abgeschafft. Dieses elektronische Überwachungssystem erkennt defekte Partikelfilter jedoch häufig nicht. Ohne periodische Abgasprüfung hat der Autofahrer deshalb keine Möglichkeit festzustellen, ob sein Partikelfilter funktioniert. Er kann dafür wie für alle Defekte an seinem Fahrzeug zur Verantwortung gezogen werden. Deutschland, die Niederlande und Belgien haben die periodische Abgasüberprüfung deshalb wieder eingeführt.

 

Bei zu hoher Feinstaubbelastung müssen die Kantone Fahrverbote erlassen, z.B. Tessin im Januar 2017. Die von Feinstaub verursachten Gesundheitskosten werden auf 3,3 Milliarden pro Jahr geschätzt (Asthma, Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer, Diabetes). Defekte Partikelfilter erkennen und ersetzen ist vergleichsweise günstig und sinnvoller als kantonale Fahrverbote.

 

Fahrzeuge, die vor der Filterpflicht in Verkehr gesetzt wurden, müssen nicht nachgerüstet werden.

 

Eingereicht von: Tiana Angelina Moser